Einmalige Highline-Aktion
Drei Tage lang (30.07-01.08.10) stand das Münchner Olympiastadion ganz im Zeichen des Outdoor-Sports. Und der Bayerische Turnverband sorgte dort für den Höhepunkt der gesamten Veranstaltung – und das kann man durchaus wörtlich nehmen.
Der Höhepunkt: Der wohl spektakulärste Blickfang beim Outdoor-Festival war eine 60 Meter lange Highline, die in etwa 70 Metern Höhe gespannt war – zwischen zwei der Pfeiler des Olympiastadions, an denen das Zeltdach aufgehängt ist. Eine solche Highline zu überqueren, ist eine Aufgabe, die so schwer zu meistern ist, dass dafür in ganz Deutschland maximal zehn Slackline-Asse in Frage kommen. Vier davon waren in München.
Noch am gleichen Abend berichtete das Bayerische Fernsehen von dieser einzigartigen Attraktion.
--> Fernsehbeitrag des Bayerischen Rundfunks
Genießen Sie einen einmaligen Panoramablick vom Dach des Olympiastadions aus der Sicht eines Slackliners
(Bild anklicken) 
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Slackline – Eine Trendsportart mit Suchtfaktor
Man findet sie in Parks, zwischen Felsen und Hochhäusern aber auch im heimischen Garten.
Der Ursprung dieser Trendsportart geht auf die USA in den frühen 80er Jahren zurück, als Kletterer im kalifornischen Yosemite Nationalpark damit begannen, aus Zeitvertreib auf ihren Klettermaterialien zu balancieren. Eine “Line“ war schnell gespannt. Kleinere Kunststücke wurden probiert, es wurde fantasiert, inspiriert. Erfolge und Nackenschläge wechselten sich ab. Das Niveau steigerte sich beachtlich.
Unter den Kletterern im Valley bildete sich bald eine Clique begeisterter und wagemutiger Slackliner, die innerhalb einer Klettersaison die Grenzen des Möglichen immer weiter nach oben schoben. Der Spaß in der Gruppe war noch größer, das Pushen und Anfeuern verlieh Flügel. Bald hieß das große Ziel: Lost Arrow Spire! Sie wollten die 900 Meter tiefe Schlucht zwischen der Felswand und der berühmten vorgelagerten Felsnadel auf der Slackline überwinden. Im Juli 1985 war es so weit. Der Amerikaner Scott Balcom überwand die 18 Meter breite Schlucht - eine Leistung, die erst acht Jahre später wiederholt werden konnte.
Obwohl sich die neue, attraktive Sportart immer weiter entwickeln konnte, blieb sie lange Jahre einem kleinen, illustren Kreis von Kletterern vorbehalten. Es sollte noch Jahre dauern, ehe das Slackline-Fieber den Weg aus dem Yosemite Nationalpark und anderen Klettergebieten heraus fand und schließlich auch über den großen Teich nach Europa schwappte.
Mittlerweile trifft man auch in unseren Stadtparks immer öfter auf junge Menschen, die dort ihre Slackline zwischen zwei Bäumen gespannt haben. Passanten bleiben stehen und denken sofort an Seiltänzer, die sie aus dem Zirkus kennen. Eine Slackline ist aber kein herkömmliches Stahlseil, sondern ein Nylongewebe aus dem Bergsport, das als flaches Band wesentlich mehr Möglichkeiten bietet. Das ist der entscheidende Unterschied.
Schaut man genau hin, wird einen die neue Sportart sofort in ihren Bann ziehen. Es ist spannend zu sehen, wie sicher sich Menschen auf einer “Line“ bewegen können. Die Neugierde wächst. Es beginnt in den Füßen zu kribbeln. Kann ich das auch lernen?
Nach einigen Stunden konsequentem Üben und Versuchen kann man auf der Slackline stehen, beginnt darauf herumzugehen, wird sicherer, will mehr. Ein unglaubliches Gefühl setzt ein...
Go, surf the line!